Das sogenannte Office-Eye-Syndrom beschreibt Beschwerden wie trockene, brennende oder müde Augen im Zusammenhang mit Bildschirmarbeit. Ein zentraler Mechanismus ist das veränderte Blinzelverhalten.
Unter normalen Bedingungen blinzelt der Mensch etwa 10–15 Mal pro Minute. Beim konzentrierten Arbeiten am Bildschirm sinkt diese Frequenz oft auf 4–6 Lidschläge pro Minute. Dadurch bleibt die Augenoberfläche länger ungeschützt, und die Verdunstung des Tränenfilms nimmt zu.
Viele Lidschläge sind am Bildschirm nicht vollständig. Das Oberlid erreicht das Unterlid nicht vollständig, wodurch der Tränenfilm nicht gleichmäßig verteilt wird. Auch die Meibomdrüsen werden weniger effektiv entleert.
Ein instabiler Tränenfilm reißt schneller auf. Es entstehen trockene Stellen auf der Augenoberfläche, die zu Brennen, Reizung und schwankendem Sehen führen können.
Im Tagesverlauf summieren sich diese Effekte. Die Stabilität des Tränenfilms nimmt ab, und die Symptome werden stärker wahrgenommen.