Die Meibomdrüsen-Dysfunktion (MGD) gehört zu den häufigsten Ursachen trockener Augen. Im Gegensatz zu einem reinen Tränenmangel liegt hier meist eine Störung der Tränenfilmstabilität vor.
Die Meibomdrüsen befinden sich im Lidrand und produzieren eine lipidreiche Sekretion. Diese Lipidschicht bildet die äußerste Schicht des Tränenfilms und reduziert die Verdunstung der Tränenflüssigkeit.
Ist diese Schicht gestört, verdunstet der Tränenfilm schneller und verliert seine Stabilität.
Bei einer Meibomdrüsen-Dysfunktion verändert sich das Drüsensekret. Es wird zähflüssiger und kann die Ausführungsgänge der Drüsen teilweise verstopfen.
Dadurch gelangt weniger Lipid auf die Augenoberfläche, was zu einer erhöhten Verdunstung und einem instabilen Tränenfilm führt.
Ein instabiler Tränenfilm reißt schneller auf. Die Augenoberfläche wird ungleichmäßig benetzt, was zu Reizung, Brennen und schwankendem Sehen führen kann.
Typisch ist auch, dass reine Tränenersatzmittel keine ausreichende Besserung bringen, da die zugrunde liegende Störung der Lipidschicht bestehen bleibt.
Die Meibomdrüsen-Dysfunktion steht häufig im Zusammenhang mit Lidrandveränderungen und entzündlichen Prozessen.
Es kann ein Kreislauf entstehen aus veränderter Sekretzusammensetzung, Drüsenverstopfung und weiterer Funktionsverschlechterung.
Die Entstehung ist meist multifaktoriell. Eine Rolle spielen unter anderem:
– Bildschirmarbeit und reduziertes Blinzeln
– hormonelle Veränderungen
– Umweltfaktoren wie trockene Luft
– Kontaktlinsen oder Medikamente
Die Meibomdrüsen-Dysfunktion ist häufig ein zentraler Treiber chronischer Beschwerden bei trockenen Augen.
Entscheidend ist die individuelle Einordnung, da sich daraus unterschiedliche therapeutische Ansätze ergeben.